Ein Wandteppich löst ein Problem, das viele Wohnzimmer haben. Große leere Wände wirken kahl und lassen den Raum hallen, gerahmte Bilder allein füllen sie selten aus. Textil an der Wand bringt dagegen Farbe, Muster und Struktur auf einmal, schluckt nebenbei einen Teil des Schalls und lässt sich jederzeit wieder abnehmen, ohne dass Dübellöcher übrig bleiben.
Die Auswahl reicht vom günstigen Poster-Ersatz bis zum Sammlerstück. Bedruckte Tapestries aus dünnem Polyester oder Baumwolle gibt es in Mandala-, Boho- und Landschaftsmotiven, oft in großen Formaten um 150 mal 200 Zentimeter. Gewebte Wandbehänge aus Wolle, Leinen oder Filz kommen von skandinavischen Labels und wirken durch Material und Fall eher wie ein Kunstobjekt. Klassisch sind Gobelins und Aubusson-Arbeiten mit floralen Szenen, die ursprünglich genau für die Wand gemacht wurden. Dazu kommen Makramee-Behänge aus geknüpfter Baumwolle und UV-aktive Tücher, die unter Schwarzlicht leuchten und eher für Partyräume gedacht sind.
Beim Material entscheidet sich, wie ein Stück wirkt und wie lange es hält. Wolle hängt schwer und gleichmäßig, nimmt Farbe tief auf und bleicht langsam aus, Leinen und Filz geben eine ruhige, matte Oberfläche. Baumwolle ist leicht und waschbar, neigt aber zu Wellen, wenn sie nur an zwei Punkten hängt. Bedrucktes Polyester ist am günstigsten und am leichtesten, verliert unter direkter Sonne aber innerhalb weniger Jahre sichtbar an Farbkraft.
Preislich ist die Spanne enorm. Bedruckte Tapestries gibt es ab etwa 15 Euro, Makramee und einfache Webstücke liegen meist zwischen 30 und 80 Euro. Designstücke bekannter Marken aus Leinen oder Filz bewegen sich zwischen 50 und 170 Euro, und für antike handgeknüpfte Gobelins werden je nach Größe und Alter mehrere tausend Euro aufgerufen. Preistreiber sind Handarbeit, Material, Format und bei alten Stücken der Erhaltungszustand.
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Am schonendsten ist eine durchgehende Aufhängung, weil sie das Gewicht auf die ganze Breite verteilt. Bewährt hat sich ein Klettband, dessen weiche Seite auf ein Stoffband genäht und am oberen Rand befestigt wird, während die harte Seite an einer Holzleiste an der Wand sitzt. Bei leichten Tapestries reichen auch zwei Holzleisten, die den Stoff oben und unten einklemmen und ihn gleichzeitig glatt ziehen. Nägel oder Reißzwecken direkt durch das Gewebe solltest du vermeiden, weil sich das Material an den Einstichpunkten mit der Zeit ausdehnt und einreißt.
Ja, allerdings mit klaren Grenzen. Textil dämpft vor allem hohe Frequenzen und nimmt einem Raum das unangenehm Hallige, tiefe Töne aus der Anlage oder Trittschall von oben bleiben unbeeindruckt. Der Effekt hängt an Masse und Abstand, ein dicker Wollbehang mit ein paar Zentimetern Luft zur Wand bringt deutlich mehr als ein dünnes bedrucktes Tuch direkt auf dem Putz. Wer einen Raum hörbar beruhigen will, kombiniert Wandtextil am besten mit Teppich und Vorhängen.
Grundsätzlich ja, und gerade Kelims und alte Orientteppiche sehen so hervorragend aus. Achte aber aufs Gewicht, denn ein Wollteppich in 150 mal 200 Zentimetern bringt schnell zehn Kilo auf die Waage und braucht eine Aufhängung samt Dübeln, die dafür ausgelegt ist. Hänge ihn außerdem an einem Stoffband oder Klettstreifen auf, der über die volle Breite genäht ist, sonst zieht sich die Oberkante nach wenigen Monaten unschön ein. Kurzflorige und flachgewebte Stücke eignen sich besser als dicke Hochflorteppiche, die an der Wand schwer und wuchtig wirken.
Staub ist der Hauptfeind, deshalb reicht es meist, das Stück ein paarmal im Jahr mit dem Staubsauger auf niedriger Stufe und einer Polsterdüse abzusaugen. Bedruckte Tücher aus Baumwolle oder Polyester kannst du in der Regel bei 30 Grad im Schonwaschgang waschen und feucht wieder aufhängen, dann fallen die Falten von selbst. Wolle, Leinen und Filz gehören nicht in die Maschine, hier hilft Lüften und bei Flecken punktuelles Abtupfen. Hänge ein Stück, an dem dir liegt, außerdem nicht gegenüber einem Südfenster auf, denn direkte Sonne bleicht jedes Textil.