Eine Speicherkarte kostet wenige Euro und ist doch der Ort, an dem Urlaubsfotos, Videoaufnahmen und Kamerabilder zuerst landen. Wer hier am falschen Ende spart, riskiert abgebrochene Videoaufnahmen, verlorene Bilder und im schlimmsten Fall den kompletten Datenverlust. Gleichzeitig sind die Bezeichnungen auf den Karten so unübersichtlich, dass viele einfach das günstigste Modell nehmen.
Die Formate und Klassen sind überschaubar, wenn man sie kennt. SD-Karten stecken in Kameras, microSD-Karten in Handys, Drohnen, Action-Cams und Handhelds. Die Kapazitätsklassen heißen SDHC bis 32 Gigabyte, SDXC bis 2 Terabyte und SDUC darüber. Für die Geschwindigkeit gibt es mehrere Angaben, wobei die Video-Klassen V30, V60 und V90 die Mindestschreibgeschwindigkeit in Megabyte pro Sekunde garantieren und für Videoaufnahmen entscheidend sind. UHS-I und UHS-II beschreiben die Busgeschwindigkeit, wobei UHS-II an einer zweiten Kontaktreihe erkennbar ist. Daneben gibt es CFexpress-Karten für professionelle Kameras.
Bei der Auswahl helfen klare Regeln. Für Fotos reicht meist eine Karte mit U3 oder V30, für 4K-Video ist V30 das Minimum und V60 sicherer, für hochauflösende Videoformate V90. Lieber mehrere kleinere Karten als eine sehr große, denn ein Ausfall betrifft dann nur einen Teil der Aufnahmen. Kaufe bei seriösen Händlern, denn gefälschte Karten mit vorgetäuschter Kapazität sind ein reales Problem. Formatiere Karten immer im Gerät selbst, nicht am Rechner.
Preislich sind Speicherkarten insgesamt günstig, wobei hohe Videoklassen und große Kapazitäten spürbar mehr kosten.
Vergleiche das Angebot und die Preise und such dir die passende Karte für dein Gerät.
Für Fotos genügt in aller Regel eine Karte mit U3 oder V30, weil einzelne Bilder auch bei Serienaufnahmen keine dauerhaft hohe Schreibrate verlangen. Für Videoaufnahmen ist die V-Klasse entscheidend, denn sie garantiert eine Mindestschreibgeschwindigkeit, wobei V30 für 4K meist reicht und V60 mehr Reserve bietet. Sehr hohe Bitraten und 8K verlangen V90. Die auf der Verpackung beworbene Lesegeschwindigkeit ist für Aufnahmen weitgehend irrelevant.
Auffällig sind sehr große Kapazitäten zu extrem niedrigen Preisen, unsaubere Bedruckung und fehlende Herstellerangaben. Gefälschte Karten melden eine hohe Kapazität, speichern aber tatsächlich viel weniger und überschreiben ältere Daten stillschweigend. Mit kostenlosen Testprogrammen lässt sich die reale Kapazität einer neuen Karte in einem Durchlauf überprüfen. Kaufe bevorzugt bei bekannten Händlern statt auf Marktplätzen mit unklaren Anbietern.
Formatiere die Karte regelmäßig direkt im Gerät, in dem sie eingesetzt wird, idealerweise nach jedem Übertragen der Daten. Das legt das Dateisystem sauber neu an und beugt Fehlern vor, die durch reines Löschen entstehen. Wichtig ist, vorher alle Daten gesichert zu haben, denn Formatieren löscht alles. Verwende dafür nicht den Rechner, weil manche Geräte eine spezielle Formatierung erwarten.
Bei logischen Fehlern, also versehentlichem Löschen oder Formatieren, gelingt das häufig mit Wiederherstellungsprogrammen, solange die Karte nicht weiter beschrieben wurde. Nimm die Karte deshalb sofort aus dem Gerät und mache zunächst ein vollständiges Abbild der Karte, bevor du Werkzeuge darauf laufen lässt. Bei physischen Defekten mit Kontaktproblemen oder Schäden ist eine professionelle Datenrettung nötig, die teuer werden kann. Der beste Schutz bleibt, Aufnahmen zeitnah zu übertragen und zu sichern.