Wenn ein Rechner beim Wechsel zwischen Programmen stockt, Browsertabs beim Zurückspringen neu laden oder die Festplatte dauerhaft rattert, liegt das meist nicht am Prozessor. Es fehlt Arbeitsspeicher. Er ist die Werkbank des Systems, auf der alles liegt, was gerade in Benutzung ist, und wenn sie zu klein ist, muss ständig umgeräumt werden.
Das Angebot ist übersichtlich, wenn man die Kennwerte kennt. Aktuelle Systeme nutzen DDR5, die vorherige Generation DDR4, und beide sind nicht untereinander kompatibel, weder mechanisch noch elektrisch. Für Desktop-Rechner gibt es DIMM-Riegel, für Notebooks das kürzere SO-DIMM-Format. Die Kapazität pro Riegel reicht von 8 über 16 bis 32 Gigabyte und mehr. Module mit Kühlkörpern und Beleuchtung richten sich an Gaming-Systeme, funktional entscheidend ist der Kühlkörper allerdings selten.
Bei der Auswahl zählen mehrere Werte. Sechzehn Gigabyte sind heute der sinnvolle Standard, 32 lohnen sich bei Videoschnitt, großen Bilddateien, virtuellen Maschinen und anspruchsvollem Gaming. Der Takt in Megahertz und die Latenzen beeinflussen die Geschwindigkeit, wobei das Mainboard den maximal unterstützten Takt vorgibt. Zwei Riegel im Doppelkanalbetrieb sind spürbar schneller als ein einzelner mit derselben Gesamtkapazität. Kaufe deshalb möglichst einen Satz aus einer Packung statt einzelner Module, weil gemischte Bestückung zu Instabilität führen kann.
Preislich ist Arbeitsspeicher eine der günstigsten Aufrüstungen überhaupt, wobei sehr große Kapazitäten und hohe Taktraten darüber liegen.
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Acht Gigabyte sind heute die Untergrenze und reichen nur für einfache Office- und Webnutzung mit wenigen Programmen. Sechzehn Gigabyte sind der sinnvolle Standard für die allermeisten Anwender und geben genug Reserve für viele Browsertabs, Videokonferenzen und parallel laufende Programme. Zweiunddreißig Gigabyte lohnen sich bei Videoschnitt, großen Fotoprojekten, virtuellen Maschinen und Streaming beim Spielen. Mehr bringt nur bei sehr speziellen Anwendungen einen Vorteil.
Im Doppelkanalbetrieb greift der Prozessor gleichzeitig auf zwei Speichermodule zu, wodurch sich die Bandbreite nahezu verdoppelt. Zwei Riegel mit je acht Gigabyte sind deshalb spürbar schneller als ein einzelner mit sechzehn, besonders bei integrierter Grafik. Die Module müssen dafür in die richtigen Steckplätze, die im Mainboard-Handbuch farblich oder mit Nummern gekennzeichnet sind. Achte beim Aufrüsten darauf, die Bestückung passend zu ergänzen.
Technisch funktioniert das oft, ist aber nicht zu empfehlen, denn unterschiedliche Takte und Latenzen führen dazu, dass alle Module auf den langsamsten Wert heruntergeregelt werden. Im ungünstigen Fall startet das System gar nicht oder läuft instabil. Kaufe deshalb möglichst einen zusammengehörigen Satz aus einer Packung, der vom Hersteller gemeinsam getestet wurde. Beim Aufrüsten eines bestehenden Systems ist ein kompletter Austausch oft die sicherere Lösung.
Speichermodule laufen ab Werk zunächst mit einem konservativen Standardtakt, der unter ihren tatsächlichen Fähigkeiten liegt. XMP bei Intel-Systemen und EXPO bei AMD sind hinterlegte Profile, die sich im BIOS mit einem Klick aktivieren lassen und den beworbenen Takt einstellen. Ohne diese Aktivierung läuft dein teurer Hochgeschwindigkeitsspeicher unnötig langsam. Prüfe nach dem Einbau, ob das Profil aktiviert ist und das System stabil läuft.