Der Prozessor erledigt alles, was nicht die Grafikkarte übernimmt, und bestimmt damit, wie flüssig sich ein System grundsätzlich anfühlt. Beim Öffnen von Programmen, beim Berechnen von Tabellen, beim Kompilieren, beim Packen von Dateien und in Spielen mit vielen Einheiten hängt die Geschwindigkeit direkt an ihm. Gleichzeitig ist er das Bauteil, das den Rest des Systems am stärksten festlegt.
Die Klassen sind über die Modellreihen der beiden großen Hersteller gestaffelt. Einsteigerprozessoren mit vier bis sechs Kernen decken Office, Web und Medien zuverlässig ab. Die Mittelklasse mit sechs bis acht Kernen ist für Spiele und die meisten Kreativanwendungen der Sweet Spot. Modelle mit zwölf und mehr Kernen richten sich an Videoschnitt, Rendering, Softwareentwicklung und Streaming parallel zum Spielen. Viele Prozessoren haben eine integrierte Grafikeinheit, die für Büroarbeit und Video völlig ausreicht und keine separate Grafikkarte erfordert.
Bei der Auswahl zählen mehrere Werte zusammen. Die Kernanzahl bestimmt, wie viele Aufgaben parallel laufen, der Takt in Gigahertz die Geschwindigkeit einzelner Aufgaben. Viele Spiele profitieren stärker von hohem Takt und schnellem Zwischenspeicher als von sehr vielen Kernen. Achte auf die Leistungsaufnahme in Watt, denn sie bestimmt Kühlerwahl und Netzteilbedarf. Prüfe, ob ein Kühler beiliegt und ob das gewünschte Mainboard den Prozessor bereits ab Werk unterstützt.
Preislich decken Einsteigermodelle den Alltag ab, die Mittelklasse bietet das beste Verhältnis für Spiele und Arbeit, und Vielkernprozessoren bilden das obere Ende.
Vergleiche das Angebot und die Preise und wähl den Prozessor passend zu deinen Aufgaben.
Das hängt von deinen Anwendungen ab. Videoschnitt, Rendering, Kompilieren und Virtualisierung verteilen die Arbeit gut auf viele Kerne und profitieren deutlich von hoher Kernzahl. Spiele nutzen dagegen meist sechs bis acht Kerne effektiv und reagieren stärker auf hohen Takt und schnellen Zwischenspeicher. Für gemischte Nutzung ist ein Prozessor mit acht Kernen und hohem Takt in der Regel die beste Wahl.
Wenn du eine dedizierte Grafikkarte einbaust, ist sie nicht zwingend nötig, aber trotzdem nützlich, weil du bei einem Grafikkartendefekt weiterhin ein Bild bekommst und Fehler suchen kannst. Für reine Büro- und Medienrechner ersetzt sie eine Grafikkarte vollständig und spart Geld sowie Stromverbrauch. Auch für Videowiedergabe und Hardwarebeschleunigung beim Encodieren ist sie brauchbar. Manche Prozessormodelle verzichten bewusst darauf und sind dafür günstiger.
Die Thermal Design Power beschreibt die Wärmemenge, für die das Kühlsystem ausgelegt sein sollte, und gibt einen groben Anhaltspunkt für die Leistungsaufnahme. Moderne Prozessoren überschreiten diesen Wert in Lastspitzen allerdings deutlich, weshalb Kühler und Netzteil Reserve haben sollten. Die Hersteller nutzen zudem unterschiedliche Definitionen, was den direkten Vergleich erschwert. Für die Praxis ist der gemessene Verbrauch unter Volllast in Testberichten aussagekräftiger.
Der Leistungsgewinn ist bei aktuellen Prozessoren meist gering, weil sie ihre Taktraten bereits automatisch bis an die thermische Grenze anheben. Übertakten erfordert einen passenden Chipsatz, einen leistungsfähigen Kühler und Geduld beim Austesten der Stabilität. Interessanter ist heute oft die Gegenrichtung, also die Leistungsaufnahme leicht zu begrenzen, was Temperatur und Lautstärke deutlich senkt bei minimalem Leistungsverlust. Für die meisten Nutzer lohnt der Aufwand nicht.